
Galerie AC Noffke
D o m h o f R a t z e b u r g

Unsere Frühjahrsschau setzt die lange Tradition der Keramikpräsentationen fort. Dennoch betreten wir neues und auf seltsame Weise altes Terrain mit Artefakten von BRITTA HANSEN und PIO ZILTZ.
Britta Hansen ist eine der eigenwilligsten Keramikkünstlerinnen Deutschlands. Auf und in ihren Objekten liefert sie einen humorvollen, teils sarkastisch-realistischen Blick auf den homo sapiens. Ausgehend von eigenwillig inszenierten mythologischen Szenen, die häufig die amouröse Götterwelt zitieren, seziert sie die menschliche Situation bis in hintergründige „Alltagsszenen“. Ihre Werkgruppen wie „Paradies“, „Alltag“ oder „Zitate aus der Kunstgeschichte“ sind stets psychologisch-subtile Beobachtungen in einer teils dekorativ, teils rauen Übersetzung. Dabei bewahrt sie in ihren Werken stets eine phantasievolle Leichtigkeit.
Pio Ziltz, Absolvent der Kunstakademie München, baut komplexe, dramaturgisch inszenierte Szenen, deren teils dramatisch grotesk-phantasievolle Dichte fast wie film-stills anmuten. Die Manierierung von Formverhältnissen, also proportionale Überzeichnungen, Häufungen und architekturale Verdichtungen kreieren eine Art „Welttheater“, ein Panoptikum in wild-theatralischer Anmutung. Dabei sind die Objekte in ihrer Farbigkeit expressiv gefasst, so daß sie in ihrer Symbolik und Kraft raumgreifend wirken. Zugleich transportieren die Werke einen immanenten Humor, der die Radikalität der Objekte befruchtet.
Auf ganz ungewöhnliche Weise werden hier durchaus historische Porzellan-Figurinen und Komposit-Szenen aus dem Delikat, etwa der Meißener Porzellan-Tradition, assoziiert. Dabei liegt der Schwerpunkt der Objekte weniger in einer zärtlich anmutenden Lustszenerie einer technisch vollendeten Porzellanarbeit, sondern in einer zeitgemäßen Spiegelung derselben, einer inhaltlich, wie formal gesetzten Interpretation von „Wirklichkeit“.
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